
Abb. 1

Abb. 2
Es wird viel darüber spekuliert, ob Frauen im Mittelalter außer dem Leibhemd Unterwäsche trugen.
Auf der Abb. 1 ist ein Mädchen beim Entkleiden zu sehen. Daraus ließe sich leichtfertig schließen, dass Frauen ebenfalls eine Bruche trugen. Allerdings ist in diesem Chorgestühl die "Verkehrte Welt" dargestellt. Dies ist also eher ein Hinweis darauf, dass sie keine trugen, sonst wäre es ja nicht die "Verkehrte Welt".
Auf der anderen Seite gibt es Aufzeichnungen aus einem Nonnenkloster, dass es den Mitgliedern erlaubt wurde, im Winter gefütterte Stiefel zu tragen. Da fällt es schwer zu glauben, dass sie dann keinen weiteren Kälteschutz unter ihrem Gewand getragen haben sollen.
Bei den Männern gibt es einige Abbildungen, auf denen die Bruche zusehen ist.
dünnes Leinen (hell bis weiß)
Die Bruche ist recht weit geschnitten und sollte bis unters Knie reichen.
Am Bund wird ein Tunnelzug eingearbeitet und die Bruche mit einem durchgezogenen Stoffgürtel in der Taille gerafft. An der Vorderseite werden Nestellöcher angebracht, an denen die Befestigungsbänder für die Beinlinge angebracht werden. Für den Bruchengürtel eignen sich brettchengewebte Gürtel oder ein Stoffband. Die Nesteln können aus fingerschlaufengewebten Bändern oder auch schmale Brettchenborte bestehen.
Abb. 1: Miserikordien, Cambridge, 13. Jhdt, nach Zeichnungen von John Fuller
Abb. 2: Psalter, Normandy, ca. 1180, Deen Haag, KB, 76 F 13